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Welche LED-Panels für den Indoor-Garten?

30. April 2019
Pro-emit Team

Will man Pflanzen im Innenraum aufziehen und gedeihen lassen, hat man bekanntermaßen mit einem bestimmten (sogenannten abiotischen) Faktor ein Problem: mit dem Licht. Pflanzen brauchen neben Wasser und Nährstoffen nämlich Photonen, um die Photosynthese und damit die Wachstumsprozesse in Gang zu bekommen. Wenn diese Photonen nicht von der Sonne stammen können, braucht man eine andere Quelle dafür.

Das bringt uns direkt zu den LED-Panels, die aktuell als die beste Möglichkeit gehandelt werden, um Pflanzen mit Licht zu versorgen. Welche LED-Panels eigenen sich aber am besten, um den Indoor-Garten auszuleuchten?

LED-Panel auswählen: wichtige Parameter

Verschiedene LED-Panels gibt es so viele wie Blüten an deinen Pflanzen, vorausgesetzt, du findest das richtige Modell unter den vielen Möglichkeiten. Das bedarf mitunter einiger Recherche, die an dieser Stelle beginnt. Wir erklären dir nämlich, auf welche Parameter du achten kannst und welche technischen Angaben was genau zu bedeuten haben.

Leistung des LED-Panels: 300W, 600W oder sogar 1000W?

Die Wattanzahl gibt die allgemeine Leistung eines Gerätes an und kann in Sachen LED-Pflanzenlampe nur als grober Richtwert gesehen werden. Wie viel Power in eine Lampe gesteckt wird, entscheidet nämlich nicht primär darüber, wie viel für die Photosynthese brauchbare Strahlung letztlich bei den Pflanzenzellen ankommt.

Wenn du zwischen mehreren ansonsten baugleichen Produkten wählen kannst, ist der Wattwert insofern aussagekräftig, als dass du dann weißt, wie viel Power diese Produkte im Vergleich zueinander haben. 300W starke LEDs eines Herstellers müssen aber nicht dieselbe Photonenmenge liefern, wie 300W starke LEDs eines anderen Herstellers.

Wichtig ist auch, dass in den meisten Fällen gar nicht so hohe Wattzahlen nötig sind, wie man vielleicht denken mag. Für die meisten Indoor-Gärten sind 100W, 200W oder maximal 400W absolut ausreichend.

Energieeffizienz

Die Watt an Leistung gibt also nur an, wie viel Strom der Lampe zugeführt wird. Wie gut diese Leistung umgewandelt wird, gibt der Photonenfluss pro Eingangsleistung an, der in μmol/J (gesprochen: Mikromol pro Joule) angegeben wird. Ein Joule entspricht einer Wattsekunde. Was es genau mit dem Photonenfluss auf sich hat, erfährst du jetzt.

PAR-Wert

Schon wichtiger für die Bewertung eines LED-Pflanzenlichts ist der PAR-Wert. PAR steht für photosythetically active radiation, was auf Deutsch so viel bedeutet wie photosynthetisch aktive Strahlung. Dieser Wert gibt die Wellenlängen der Strahlung an, die tatsächlich photosynthetische Reaktionen in den Pflanzenzellen auslöst.

Die PAR liegt in etwa im Bereich zwischen 400 Nanometer (nm) und 700 nm. Das bedeutet, dass die Pflanze elektromagnetische Strahlung, bzw. Licht mit einer Wellenlänge in diesem Spektrum verarbeiten kann. Strahlung jenseits dieser Werte hat zum Teil noch andere Funktionen für das Pflanzenwachstum (wie UV-Strahlung und IR-Strahlung), wirkt sich aber nicht wesentlich auf die Photosynthese aus.

PPFD-Wert

Der PPFD-Wert (photosynthetisch aktive Photonenflussdichte) gibt an, wie viele Photonen im PAR-Spektrum pro Sekunde auf einen Quadratmeter Fläche treffen.

PPFD Messwerte

Bei einem LED-Panel mit einer PPFD von 600 μmol/m2s (z.B. bei einem Abstand von 30 cm oder 45 cm) treffen also 600 μmol Photonen pro Sekunde auf einen Quadratmeter Fläche.

Seriöse Hersteller von LED-Lampen, und das kann dir deine Kaufentscheidung oft bereits erleichtern, geben die PPFD mithilfe einer PPFD-Chart an. Sie gibt genaue Auskunft über die nützlichen Photonen und ist ein sicherer Parameter für die Qualität eines LED-Panels.

Allerdings muss man zuvor in Erfahrung bringen, wie viel PPFD die Pflanze überhaupt verträgt.

Ab 600 μmol/m2s sind für recht lichtintensive Pflanzen geeignet. Handelt es sich um Pflanzen, die weniger Licht vertragen, sollte man auch die PPFD dezimieren. Über 1000 μmol/m2s PPFD kann man nur anstreben, wenn man auch die CO2- Zufuhr und die Temperatur erhöht, ansonsten kann die Pflanze mit den zusätzlichen Photonen nichts anfangen.

Vollspektrum bei LED-Panels

Bei LED-Panels sollte man außerdem auf Vollspektrum achten. Warum? Das hat damit zu tun, dass viele Hersteller sich auf die Theorie der Grün-Lücke versteifen. Danach sinkt die Photosyntheserate rasant ab, wenn die Pflanze mit Licht im Wellenlängenbereich um die 550 nm (grünes Licht) auf die Pflanze trifft. Dieses soll fast gänzlich von der Pflanze reflektiert und somit nicht genutzt werden.

Das stimmt allerdings so nicht ganz. Die Photosyntheserate sinkt zwar bei grünem und ist bei blauem und rotem Licht am intensivsten, sie kommt allerdings längst nicht vollständig zum Erliegen.

Im Gegenteil: auch in diesem Bereich passieren wichtige Wachstumsvorgänge. Deshalb ist es wichtig, auf das volle Spektrum zu setzen und ein LED-Panel zu wählen, dass weiß erscheinendes Licht (statt dem violetten) emittiert.

Die weiße Lichtfarbe bedeutet, dass die Lampe Licht mit Wellenlängen aus dem gesamten Spektrum ausstrahlt. Die verschiedenen Farben des Lichts kombinieren sich zu weißem Licht.

Lebensdauer

Ein Vorteil der LED-Panels, im Vergleich zu NDL- oder anderen Lampen, ist, dass sie eine wesentlich längere Lebensdauer aufweisen. Im Schnitt kann man von einer LED-Lampe bis zu 3x länger Leistung (in manchen Fällen sogar noch mehr) erwarten, als von einer NDL, die theoretisch 15.000 Stunden in Betrieb sein kann.

In der Praxis wird das allerdings nicht eingelöst, da die Degenerierung des Leuchtmittels schon ab dem ersten Einschalten einsetzt und früher oder später keine zufriedenstellenden Ergebnisse mehr erreicht werden können. Daher werden die NDLs in professionellen Gewächshäusern meist bereits nach rund 3.200 Stunden gewechselt.

Von hochwertigen LED-Panels kann man im Durchschnitt etwa 50.000 Stunden Leistung erwarten, was übrigens (auch durch die geringeren Betriebskosten) die hohen Anschaffungskosten ausgleicht. Richtig hochwertige LEDs kosten zwar, dafür erfreuen sich die Pflanzen länger an ihrem Licht.

KühlkörperKühlung

Ein weiteres Kaufkriterium ist die Kühlung. Bei LED-Panels unterscheidet man zwischen jenen, die passiv und jenen die aktiv gekühlt werden.

Die aktive Kühlung wird von einem eingebauten Ventilator bewerkstelligt, der mit zusätzlichem Strom betrieben werden muss und im Betrieb mitunter ziemlich laut werden kann. Außerdem kann es passieren, dass die aktive Kühlung ausfällt und die LED den Hitzetod stirbt.

Das alles ist bei der passiven Kühlung nicht der Fall. Dabei sind die Kühlrippen so groß ausgelegt, dass sie für eine ausreichende Kühlung der LED sorgen und die Wärme an die Umgebungsluft weitergeben. Die Luft kann über die Zwischenräume der Kühlrippen einfach abfließen. Da es sich dabei um ein statisches Stück des Gehäuses handelt, kann es auch nicht ausfallen und verursacht weder zusätzlichen Stromverbrauch noch Lärm.

Vor- und Nachteile von LED-Panels*) für den Indoor-Garten

wdt_IDVorteileNachteile
1+ niedrigere Betriebskosten- hoher Anschaffungspreis
2+ weniger Stromverbrauch- hohe Gefahr, auf minderwertige Ware zu stoßen
3+ hohe Lebensdauer
4+ hohe Leuchtkraft
5+ geeignetes Farbspektrum erhältlich
6+ hohe Tiefenstrahlung:
auch untere Teile der Pflanze bekommen genug Licht
7+ entwickeln keine hohen Temperaturen
8+ begleitet die Pflanze durch alle Wachstumsphasen
9+ simples Handling
*) hauptsächlich im Vergleich zu Natriumdampflampen (NDL)

LED-Pflanzenlampen im Test und Erfahrungen 2018

Damit du dir eine bessere Vorstellung davon machen kannst, was mit LED-Panels alles möglich ist, haben wir mal einige Erfahrungswerte unserer Kunden aus 2018 und 2019 zusammengesammelt und ausgewertet. Es wurde berichtet, wie erste Tests und Anwendungen der LED-Pflanzenlampen im wahrsten Sinne des Wortes gefruchtet haben und folgendes ist dabei herausgekommen.


sunbar 450-B

Die sunbar-Modelle sind die neuste Serie in unserem Sortiment und haben so einiges drauf, was auch die Kundenerfahrungen bestätigen.

Sie wurden als „sehr gutes System“ betitelt, dass den Vergleich mit herkömmlichen NDL nicht einmal zulassen würde. Dank der niederen Betriebstemperaturen sei die Anwendung auch in heißen Sommermonaten absolut kein Problem.


Model B 300W

Einer unserer Kunden hat mit dem MODEL B 300W Erfahrungen in Sachen Gemüse-Aufzucht im Winter gemacht und einen deutlichen Unterschied zu LEDs mit weniger hochwertiger Verarbeitung erkennen können. Außerdem lässt sich dieses LED-Panel in seiner Form den Bedürfnissen anpassen und ist leicht zusammengebaut.

Beim Wachstum von Tomaten unter dem LED-Licht des MODEL B 300W wurde beobachtet, dass sie vitaler und auch schneller wachsen würden.

Der Wuchs sei außerdem gedrungener und stabiler – „kein Vergleich zu HPS Lampen“ (Natriumdampf-Hochdrucklampen). Auch die Variante des MODEL B mit 150W stelle eine perfekte Alternative zu den 250W MH/NDL (Halogen-Metalldampflampen bzw. Natriumdampflampen) dar.


sunflow

In diesem Testlauf wurden exotische Pflanzen mit der sunflow überwintert, was die Pflanzen nicht nur stabil über den Winter brachte, sie wuchsen und gediehen noch dazu.

Außerdem wurde auf das schicke Design hingewiesen. Besonders, wenn man die Pflanzenlampe im Wohnraum hängen hat, wo die Pflanzen überwintern, kann das zum Kaufkriterium werden.


 

DIY-M-KIT 60W

diy-m-kit-60-wBeim DIY-M-KIT mit 60W wurde vor allem die hohe Leistung bei überschaubarer Wattzahl gelobt. Der Output an Licht im Verhältnis zum Stromverbrauch der Lampe sei unschlagbar gewesen. Auch bei der Anzucht erreichte dieses Modell beste Ergebnisse, einen ordentlichen Wachstumsschub, den man nicht für möglich hielt.

Selbst 30 Watt weniger im Vergleich zu anderen Lampen hätten bis zu 60% mehr Lichtausbeute ergeben.


diy-m-kit-100w-vogel-proemit

DIY-M-KIT 100W

Das DIY-M-KIT 100W wurde von einem unserer Kunden für die Anzucht verwendet. Die Erfahrung sagt, dass die Pflanzen sehr kräftig würden und sie nicht vergeilen würde.

Das LED-Panel leuchtet sehr hell, wobei die Wärme gut abgeleitet wird. Die Erfahrung zeigt, dass die Pflanzen sehr kräftig wachsen und sie nicht vergeilen.


DIY-M-KIT 200W

diy-m-kit-200w-vogel-proemit

Die nächst leistungsfähigere Variante ist das DIY-M-KIT mit 200W Leistung, welches ähnlich helles Licht spendet und einen kräftigen Wuchs ergibt.

Dieses hochwertige LED-Panel sei ebenfalls kein Vergleich zur vorherigen Lampe. Die Lichtintensität zeige sich auch im guten Wachstum der Früchte. Die Pflanzen wachsen allgemein gedrungener und die Früchte gleichmäßig groß.

Bei der NDL-Vorgängerlampe wären solche Ergebnisse undenkbar gewesen. Die Pflanze wuchs weiter nach oben, wo auch die Früchte wuchsen, wobei die Pflanze zur Seite und nach unten immer zarter wurde. Das verursacht eine fehlende Basis und damit eine unstabile Pflanze. Mit dem LED-Panel würden die Pflanzen nun allgemein vitaler aussehen.


Einsatzmöglichkeiten von LED-Panels

Überwintern: Pflanzen, die mehr Sonnenlicht und höhere Temperaturen brauchen, als sie hin unseren Breiten anzufinden sind, werden im Winter meistens in den Innenraum verfrachtet. Dabei finden wir natürlich dasselbe Problem vor: kein Licht. Damit die kälteempfindlichen Gewächse den Winter und seine kurzen Tage überstehen, werden sie im warmen Innenraum beleuchtet. Mit der richtigen Technik kann man sogar den Wachstumsprozess der Pflanze auch in den Winter hinein fortsetzen.

Anzuchtbox für Pflanzen selber bauen

Jungpflanzenaufzucht: Wenn man einen großen Gemüsegarten hat, womöglich sogar Selbstversorger ist, lohnt es sich oft, die Jungpflanzen und Stecklinge im Innenraum aufzuziehen, damit sie dann so früh und stabil als möglich in die „freie Wildbahn“ verpflanzt werden können.

So startet die Pflanze gesund und kräftig in die erste Wachstumsphase, womit eine gute Basis für den Rest ihres Wachstums geschaffen ist. Damit sichert man sich die beste Ernte und die Arbeit lohnt sich zu 100%.

Indoor-Garten: Andere ziehen die komplette Pflanze im Innenraum auf, wobei selbstverständlich wiederum das nötige Licht zur Verfügung gestellt werden muss. Das LED-Licht liefert so alle nötigen Bestandteile des Wachstums, die für gewöhnlich die Sonne liefern würde. Dank Dämmerungssimulatoren, Far-Red-LEDs etc. kann man die Sonneneinstrahlung perfekt simulieren und den Pflanzen den idealen Photonenfluss garantieren.

Vertical Farming: Manche beschwören es als die Zukunft der Landwirtschaft, in Ländern wie Japan beispielsweise gehört vertical farming bereits fast zur Normalität. Wo nicht viel Platz ist, wird eben manches in die Vertikale verlegt und so auch die Pflanzenaufzucht. Dabei werden Gewächshäuser in die Höhe statt in die Breite gebaut und jeder Stock und jede Aufzuchtebene mit eigenen LED-Panels ausgestattet. In jedem Fall ein interessantes Konzept und bei der richtigen Umsetzung vielleicht tatsächlich zukunftsfähig.

DIY-Variante für den Indoor-Garten: LED-Panels selber bauen

So ein LED-Panel lässt sich selbstverständlich auch selber bauen. Das empfehlen wir dir aber selbstverständlich nur dann, wenn du auch ein gewisses technisches Knowhow besitzt. In unserem Sortiment findest du aber auch LED-Module, die du selbst zusammenbauen kannst, ohne eine abgeschlossene Elektrikerausbildung haben zu müssen. Solange du etwas vom Fach verstehst, sind dir die DIY-M-KITs und MODEL-B-Varianten ans Herz gelegt, die du nach Lust, Laune und Bedürfnissen deiner Indoor-Pflanzen zusammenstellen kannst. Und nun ran an die LED-Panels und hinein damit in den Indoor-Garten.

Beitragsbild: © olalalala – stock.adobe.com
Bild 10: © Petra Schueller – stock.adobe.com

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